von Ruhe

by anlauf 28. Januar 2022 01:43

Wir haben den Westflügel festlich illuminiert und die Feuerschale angeheizt, denn es galt, Kindergeburtstag zu feiern. Es ist nun schon wieder fünf Jahre her, daß es Nachwuchs im Wannenbad gab, auch wenn es sich anfühlt, als wäre es gestern gewesen. Und wir sind wieder mal froh, daß wir den Westflügel haben, wo man sowas - zur Not auch im Winter - im Freien machen kann, ohne naßgeregnet zu werden. Was ihr hier seht, ist die Ruhe vor dem Sturm, die ganze Rasselbande ist gerade draußen auf der Suche nach dem Schatz der Luftpiraten, wird aber gleich die Kaffeetafel erobern.

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vom Weißen

by anlauf 26. Dezember 2021 23:38

Eins kann man nicht sagen, daß Weihnachten heuer nicht weiß war. Auch wenn es auf unserer Rofftopfarm hier nach wesentlich mehr Schnee aussieht, als dann überall tatsächlich lag. Die Grashalme waren nicht nur auf wilden Wiesen, sondern auch auf englischen Rasen noch gut zu sehen. Aber für Stadt in den Zeiten des Klimawandels ist es schon viel, ein paar Tapsen in den Schnee auf dem Dach zu machen, man wird bescheiden. Kommt gut durch die Raunächte - die raueste haben wir mit -10 Grad wohl gerade hinter uns - und gut ins neu Jahr. Unsere Wünsche dafür werden aber nicht verraten, denn sonst das klappt wieder nur mit dem Schnee.

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vom Warten

by anlauf 5. Dezember 2021 23:12

Der erste Nachtfrost hat auch auf dem Dach endgültig das Ende der Ertesaison gebracht. Nachdem die Blätter der Ananaskirsche (Physalis pruinosa) erfroren sind, haben wir alle die Früchte, deren Hülle trocken war oder die orange durch den Lampion schimmerten, geerntet. Man soll ja eigentlich warten, bis sie von selbt abfallen, aber das tun sie meist nicht. Sie hängen oft bombenfest, sogar bis sie schlecht werden. Und obwohl wir sie schon im März ausgesät und Ende Mai auf's Dach gepflanzt haben, sind sie erst ab Mitte Juli so richtig gewachsen, um schließlich vom Septemer bis in den Dezember reich zu blühen und zu fruchten. Nur, so richtig reif sind so natürlich die wenigsten Früchte geworden, die Pflanzen brauchen wohl richtig viel Hitze. Nun ja, vielleicht klappt es in ein paar Jahren besser, was wir jedoch lieber nicht hoffen.

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vom Üppigen

by anlauf 31. Oktober 2021 23:03

Der Oktober verabschiedet sich warm und golden. In der Mittagssonne tummeln sich gleich mehrere blauschwarze Holzbienen auf den letzten Blüten der Rooftopfarm, wobei nur eine so freudlich war, sich fotografieren zu lassen. Die Tagetes hat sich übrigens zwischen Bohnen und Tomaten selbst versamt, ganz unbeeindruckt vom harten Winter, und blüht immer noch überaus üppig.

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vom Einfachen

by anlauf 25. Oktober 2021 23:39

Am Wochenende haben wir gemeinsam Kartoffeln geerntet und heute haben wir sie alle aufgegessen. Was aber nicht weiter schwer war, denn es waren nur zwei Hände voll kleiner Knöllchen. Ich hatte im Juli drei schrumplige und angekeimte Rudimente nicht auf den Kompost sondern in einen leeren Blumentopf gesteckt, nur so aus Neugier, und es hat tatsächlich funktioniert. Nach ein paar Wochen war der Topf üppig grün und nun war das Laub vertrocknet. Und nächstes Jahr machen wir mal eine ganze Kiste, wenn's so einfach ist.

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vom Saisonalen

by anlauf 15. Oktober 2021 23:42

Die Tomatenernte bricht heuer keinen Rekord, die Pflanzen hätten es wohl lieber trocken und heiß gehabt. Nun, ja, uns war das Wetter eigentlich ganz recht so, und mehr als nur ein paar Tomaten gab es schon. Schade ist nur, daß jetzt, wenn die Erntesaison auf dem Dach schon wieder zu Ende geht, gekaufte Tomaten nicht mehr so gut schmecken wie im Sommer, selbst die aus dem Bioladen des Vertrauens.

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vom Antizyklischen

by anlauf 23. September 2021 22:57

Der Herbst hat begonnen, doch die Sonne scheint und über's Dach zieht Blütenduft. Da findet sich, was Flügel und sechs Beine hat, zum großen Festmahl im Efeu ein. Und heuer zum ersten Mal sieht man in dem ganzen Gesumm ein paar Schmetterlinge gleichzeitig, ein inzwischen sehr seltenes Ereignis, es werden eben immer weniger. Und ich hab Glück, mir gelingt ein Foto mit Wespe.

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vom Erzählen

by anlauf 3. September 2021 17:47

Gestern Abend waren sie mit dem KuK Gohlis bei uns zu Gast: Alina Bauer und Nicolaas Cottenie sind zusammen das Duo Azind. Sie spielen auf Geigen, Akkordeon, Mandola und Laouto nicht nur Klezmer, sondern auch rumänische, bulgarische und griechische Musik - und das wirklich beeindruckend schön. Es war ein Erzählkonzert, mit kurzen Texten, die die ganze Kultur rund um die Musik ein wenig lebendig werden ließen. Wer von euch wußte zum Beispiel schon, daß die Metzger in Konstatinopel meist Griechen waren? Wir waren jedenfalls begeistert, so wie das ganze Publikum. Übrigens waren die beiden mit ihrem anderen Ensemble neulich im Deutschlandfunk - und Azind sind nochmal morgen um 17.00 Uhr im Monopol zu erleben.

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vom Winter

by anlauf 31. August 2021 18:49

Das Sommertheater - das teilweise schon fast ein Wintertheater war, und uns damit auf eine Idee gebracht hat - ist schon wieder vorbei. Leider, denn es war schon echt lustig, einmal quer durch Schillers Garten gesammelte Werke zu preschen. Doch schon am Donnerstag geht es bei uns weiter. Der KuK Gohlis lädt zu einem Klezmer-Abend mit osteuropäischer Musik sowie Bildern und Geschichten von jüdischen Familien aus Gohlis – „Ich hatte einst ein schönes Vaterland“. Zwei Geigen spielen traditionelle osteuropäische Melodien. Daneben sind Bilder und Werdegang jüdischer Familien zu sehen, die ehemals in Gohlis zu Hause waren. Bekannte Persönlichkeiten, wie die Familie Wittgenstein und der Geiger Joseph Joachim, dem Brahms sein Violinkonzert widmete, oder der junge Schriftsteller Joseph Roth, der oft zu Gast bei seinem Onkel Grübel in der Gohliser Straße war. Karten gibt es unter mail@kuk-gohlis.de oder 0341 - 583 1048. Los geht es am Donnerstag um 20.00 Uhr, und das Wetter soll wieder spätsommerlich werden, versprochen.

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vom Ganzen

by anlauf 23. August 2021 23:30

Wir hatten es ja neulich schon angedeutet: Es geht weiter mit dem Sommertheater im Wannenbad mit dem TheaterPACK. Diesmal ganz klassisch mit "Schiller: Ganz oder gar nicht", wo sowohl Kenner als auch ahnungslose Liebhaber der Literatur auf eine Reise quer durch sämtliche Dramen des Meisters geschickt werden. Ein Unterfangen, das sich nur durch starke Verknappung realisieren lässt, weswegen Bruno und Wilma – zu ihrem eigenen Bedauern unvermittelt allein mit dieser Aufgabe – einige Kunstgriffe anwenden. Dabei treibt Brunos Hang zur Werktreue absurde Blüten. Aber es ist in erster Linie die gigantische Leidenschaft – für Theater, für Schiller, in Maggies Fall besonders für Balladen –, die einen unbezwingbaren Kampfgeist heraufbeschwört und unsere Helden zu wundersamen Ausschweifungen führt. Es geht los am 27. + 28. August, jeweils um 19 Uhr und weiter am 29. August, um 16 Uhr. Karten gibt es hier.

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